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Metassi-Eine Geschichte

mit freundlicher Genehmigung aus der

SCHRIFTENREIHE GEOINFORMATIONSDIENST DER BUNDESWEHR
25 Jahre Armee der Einheit - Die „Geo-Dienste“ im Zuge der Wiedervereinigung - Zeitzeugen berichten -

„METASSI“ oder Meteorologischer Assistent war ein Programmsystem zur Verwaltung und Präsentation Meteorologischer Daten.
Bereits im Jahr 1987 wurde eine erste Version auf der „Zentralen Messe der Meister von Morgen“, vergleichbar mit „Jugend forscht“,
in Leipzig der Öffentlichkeit vorgestellt.
Damals nannte sich das System noch Wetterinformationsdisplay und lief auf einem Eigenbau-Heimcomputer AC-1,
siehe auch Bild 5-01 (Z80-CPU, 64KByte Hauptspeicher, Kassettenspeicher).
Bis zum Wendejahr 1989 wurde dieses System so erweitert und angepasst, dass es auf einem handelsüblichen Homecomputer
(aus DDR-Produktion, vergleichbar etwa mit einem C-64) lief. Doch dann kam alles anders…
Im GeophysBDBw interessierte sich niemand mehr dafür, denn die Einführung des Geophysikalischen Beratungsterminals („GeoBerT“)
stand „unmittelbar“ bevor. Damals diente ich auf der Beratungsstelle des MHG-18 in Parow bei Stralsund.
Aus alten NVA-Beständen erhielten wir Anfang 1991 einen kompatiblen PC-XT mit Drucker und A3-Plotter als Schreibgerät.
Schon bald kam die Idee auf, diesen PC mit der Fernschreibleitung zu verbinden und die Wettermeldungen zu speichern und anzuzeigen.
Das war der Anfang, denn aufbauend auf den Erfahrungen mit dem Homecomputer war innerhalb eines Jahres ein kleines System entstanden,
mit dem Wetterkarten gezeichnet und gedruckt sowie „Temps“ auf die Vordrucke geplottet werden konnten. Für die Verbindung des PC mit der Fernschreibleitung verwendeten wir eine kleine Schaltung mit einem Optokoppler für die galvanische Trennung. Diese Schaltung fand in einer „TicTac“-Dose Platz. Eine blinkende Leuchtdiode signalisierte die Funktion. Damals spielte IT-Sicherheit noch keine Rolle, die wenigen PCs wurden nur als Schreibmaschine benutzt. Unsere Fernmeldetechniker hatten auch keine Fragen zu der „TicTac“-Box. Bald interessierten sich auch andere Beratungsstellen für dieses System. Ein Kollege sagte mir, wir benötigen erst einmal einen klangvollen Namen dafür. Nach kurzer Beratung entschlossen wir uns für „Meteorologischer Assistent“ oder kurz „METASSI“.
Auf einem Lehrgang in Fürstenfeldbruck hatte ich dann die Gelegenheit, „METASSI“ einmal in Echtzeit vorzuführen. Eine „TicTac“-Box war schnell zusammengelötet. Die Reaktionen darauf waren unglaublich. Fast jeder Berater wollte plötzlich so etwas haben (und die Einführung von „GeoBerT“ verzögerte sich weiter). Die ersten weiteren Installationen (Glücksburg, Kiel, Fürstenwalde, Cottbus…) nahm ich noch selbst vor. Geschätzte 50 TicTac-Boxen stellte ich damals zu Hause her und versendete sie per Post (für 2 Fernschreibleitungen benötigte man auch
2 Boxen). In der Folgezeit kamen immer neue Ideen aus den verschiedenen Beratungsstellen, welche meist recht schnell umgesetzt wurden.
Ende 1994 war dann das Ende der Fliegerei in Parow gekommen und ich wurde nach Laage versetzt. Hier wurde gerade der Satellitenverteildienst installiert. Ein Techniker erklärte mir die Anlage einschließlich der verschiedenen Empfangskanäle. Einer davon war für „GeoBerT“ reserviert und lieferte Wetterdaten mit der damals hohen Geschwindigkeit von 9600 Baud. Für die Verbindung benötigte man auch keine „Tic-Tac“-Box mehr. Über diesen Kanal wurden auch Radarinformationen und Wettervorhersagen als Gitterfelder übertragen. Eine neue Herausforderung! Nach etwa einem Jahr war es dann soweit: Vorhersagen und Radarloops liefen. Jetzt stand einer breiten Einführung als Übergangslösung nichts mehr im Weg, denn „GeoBerT“ ließ immer noch auf sich warten. Im Herbst 1996 wurde ich formell zum Amt für Wehrgeophysik (AWGeophys) versetz und übernahm von Laage aus die Verteilung von neuen Versionen (per Diskette!) sowie eine telefonische Hilfe (Hotline). Ab jetzt hieß es: „Copyright by AWGeophys“. Auch nach der Einführung von „GeoBerT“ (1997) lief „METASSI“ als Backup-System parallel weiter. Bei den damaligen Auslandseinsätzen (SFOR, KFOR) war es das bevorzugt verwendete System. Die letzte offizielle Version war vom 24. Januar 1998. Nach meiner Versetzung zum damaligen Marineamt (April 1998) konnte ich „METASSI“ nach und nach auf Windows (ab Version NT) portieren. Jetzt war der Betrieb im Netzwerk möglich, ein Downloadmanager ermöglichte die Datenversorgung aus dem Internet. Diese Versionen erlangten jedoch keine Verbreitung mehr. Mit der Ablösung von „GeoBerT“ durch „GGS-NINJO“ und zunehmenden IT-Sicherheitseinschränkungen war auch für „METASSI“ das Ende erreicht. Schnelle Internetverbindungen und zahlreiche Wetterseiten machten es auch für die private Anwendung überflüssig, so dass die letzte Version 2001 herausgegeben wurde (Beschreibung der letzten DOS-Version siehe Anlage 1). Heute steht der Name „METASSI“ für „Mein Tracking Assistent“, einer App für Android und Windows (GPS-Logging und Darstellung auf Openstreetmap-Karten).

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Bild 5-01:
Eigenbau Heimcomputer AC-1 mit TV-Gerät als Monitor

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